Portfolioarbeit in Mittel- und Oberstufe

14. August 2009

Portfolio

Ein Portfolio ist, wie der Name sagt, eine Sammlung von Dokumenten.
Es enthält ausgewählte Originalarbeiten, Kriterien für die Bewertung der Qualität einer Arbeit, Reflexionen der Lernenden

Das Wesentliche ist nicht die Dokumentensammlung an sich, sondern auch ihre Präsentation, anknüpfende Gespräche über Lernen und Leistung und die Bewertung und der Kommentar der Lehrperson.
Reflexion kann man als Suchbewegung zum Verstehen des eigenen Lernens bezeichnen. Sie gibt dem Schüler Selbstbewusstsein und ermöglicht dem Lehrer Verständnis.

Klausurtagung des Kollegiums

Wie seit langem üblich lag der Arbeitsbeginn des Kollegiums nach den Sommerferien auch in diesem Jahr wieder 3 Tage vor dem offiziellen Schulbzw. Unterrichtsbeginn.
Das Kollegium hatte sich darauf verständigt, während der diesjährigen Klausurtagung besonders intensiv an einem aktuellen Thema zu arbeiten, dem „Portfolio“.

Klausurtagung Portfolioarbeit  Klausurtagung Portfolioarbeit  Klausurtagung Portfolioarbeit

Ich persönlich war neugierig auf das, was Rüdiger Iwan, den die SEK-Leitung als Dozenten gewonnen hatte, mit uns zweieinhalb Tage lang anstellen würde.
Von dem, was Portfolioarbeit bedeutet, hatte ich nur eine ungefähre Vorstellung.

Im Laufe der Tagung hörten wir informative Vorträge und wurden von R. Iwan zu etlichen „sozialpraktischen Übungen“ angeleitet.
Der Wert dieser Übungen lag natürlich für jeden Einzelnen in den eigenen Erfahrungen, die er daran machen konnte. Wertvoll für alle waren die anschließenden Reflexionen darüber. Eine Herausforderung war am Ende für alle Beteiligten die Erstellung eines eigenen Portfolios über Lernerfahrungen während des Workshops.

Alle Teilnehmer konnten sich also sowohl rezeptiv als auch aktiv gestaltend dem Begriff „Portfolio“ und seiner Bedeutung für unsere Arbeit annähern.

Die Beschäftigung mit dem Portfolio hat mir und vielen Kollegen noch einmal deutlich gemacht, dass es mit einem neuen Blick auf die Lernenden und ihr Lernen Möglichkeiten zu einer „förderlichen Bewertung“ gibt.
Der Schüler lernt seine Aufgabe selbst zu ergreifen. Mit ihm zusammen entwickelt der Lehrende Qualitätskriterien. Durch begutachtende, einschätzende Gespräche unter den Schülern, in denen diese einander anhand der erarbeiteten Kriterien auf Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam machen, können Bewertungen förderlich in den Arbeitsprozess eingebracht werden und stehen so nicht als vernichtendes Urteil an dessen Ende!

Der „Lesesaal“, der nach der Fertigstellung unserer eigenen Portfolios eingerichtet wurde, d.h. die Möglichkeit für alle Teilnehmer, die ausgelegten Portfolios der Anderen anzuschauen und zu kommentieren, zeigte sehr anschaulich, dass wir verschiedene Schwerpunkte beim Lernen gesetzt haben, und vor allem, dass jede/r von uns ihren/seinen sehr individuellen Lernweg gegangen ist.

Für mich bedeutete das auch, dass ich meine Kolleginnen und Kollegen wieder ein Stück näher kennen lernen durfte.
Wie kann ein Schuljahr besser anfangen?!

[Eva Sagurna]