Olympiade 2010 in Ottersberg

09. Juni 2010

Zum ersten Mal fand an unserer Schule eine Olympiade nach griechischem Vorbild statt. Unsere 5. Klasse bekam dazu Besuch von zwei 5. Klassen aus der Waldorfschule Bremen Osterholz. Im Vorfeld trafen sich verantwortliche Kollegen aus beiden Schulen, um die Details zu besprechen und zu planen. Die ganz Aktion war sehr kurzfristig entstanden, nachdem sie beinahe schon geplatzt wäre. Deshalb ist im Nachhinein sicher noch Korrekturbedarf, doch auch mit kleinen Schönheitsfehlern sollte es einen erstmaligen Start unbedingt geben. Mit viel Begeisterung wurden die drei Klassen motiviert, denn sie sollten sich aktiv an den Vorbereitungen beteiligen. So musste z.B. jeder Schüler einen Stoffstreifen umnähen und mit farblich passendem Mäander verzieren. Eigentlich sollte jedes Kind einen Speer schnitzen, doch aus zeitlichen Engpässen übernahmen vier Schüler diese Aufgabe und schnitzten jeweils einen für den Wettkampf. Großartig geübt für die einzelnen Disziplinen hat keine der drei Klassen, so dass wir ungefähr gleiche Startbedingungen hatten.

Am Freitag, den 28. Mai 201 waren die Wettergötter auf unserer Seite und - bis auf einige Nieseltropfen am späten Nachmittag - hatten wir ideale Bedingungen. Um halb drei trafen die Bremer Schüler in Begleitung vieler engagierter Eltern ein und bestaunten unser schönes Schulgelände. Mittags hatten wir den Festplatz und die jeweiligen "Spielstätten" mit Kreppbändern und Buchsbaumzweigen geschmückt bzw. gekennzeichnet. Die Kinder zogen sich um, die Eltern brachten Essen ins Café und nach und nach fanden sich alle vor der Burg ein. Alle Schüler trugen weiße Hemden und dunkle Hosen. Der Bremer Klassenlehrer Eckard Wahlers begrüßte alle sehr freundlich und feierlich zu diesem besonderen Ereignis. Neun verschiedene griechische Städte bildeten die Teams. Eine Stadt wurde von Kindern aus den drei Klassen vertreten. Vier "Ottersberger" hielten nun ihre Standarte mit fünf "Bremern" hoch, um sie am Nachmittag von Disziplin zu Disziplin zu tragen. Dieses Zusammenfinden zu einer Gruppe war sehr spannend, ein neugieriges gegenseitiges Beäugen. Die selbstgestalteten Gürtel wurden den Städten zugeordnet und jeder knotete ihn sich um die Hüfte. Mit einer sehr feierlichen Zeremonie, zu der unter anderem ein Eid sowie eine eurythmische Übung gehörte, wurde das olympische Feuer eröffnet. Jeder Stadt wurde ein Elternteil als Betreuer für den Nachmittag zur Seite gestellt. Die verschiedenen Disziplinen fanden parallel statt, jedes Team hatte zwischendurch einen kräftigende Obstpause. Fröhlich singend oder ausgelassen laufend suchten die Gruppen die einzelnen Spielstätten auf. Beim "Marathon" starteten teilweise zwei oder drei Teams gleichzeitig auf einer Strecke von ungefähr 2 km Länge auf unserem "Hauswanderweg" an der Wümme entlang und durch Wiesen und Wäldchen zurück zum Ausgangspunkt. Die Zeit jedes Schülers wurde notiert und am Ende durch die Teilnehmerzahl geteilt. Genauso wurde bei allen anderen Wertungen verfahren. Jeder Beitrag war also wertvoll und konnte zum Gesamtergebnis beitragen. Beim Sprung handelte es sich um einen "Standweitsprung" ins Beachvolleyballfeld hinein. Nach einigen Probesprüngen wurde es "ernst" und alle sprangen einmal für die Wertung. Auf der Wiese nebenan fand der Staffellauf statt. Drei Gruppen traten gegeneinander an. Jeder Schüler musste im Sprint 25 m hin und um ein Wendemal herum zurück laufen. Gestoppt wurde der Ziellauf des letzten Läufers.

Der Speerwurf war für alle Kinder eine neue Herausforderung. Die unterschiedlichsten Weiten wurden erzielt und so manch einer wird beim Waldspaziergang die Stöcker zukünftig versuchen gezielt zu werfen. Beim Ringen traten zwei Städte gegeneinander an. Sie stellten sich abwechselnd in einen großen Kreis und hatten dann drei Minuten Zeit, den gegnerischen Nachbarn an die in der Mitte aufgestellten Fahnenstangen zu zerren oder zu schieben. Berührte man dieses Mal, schied man aus. Am Ende wurde gezählt, wieviele Gegner man ausscheiden lassen konnte.

Einen anderen Charakter hatte die Disziplin der "Rhetorik". Gemeinsam sollten die Schüler in den Gruppen einen Hexameter dichten, um diesen am Schluss vor dem gesamten Publikum vorzutragen. Anschließend fand das gemeinsame Essen am griechischen Buffet statt, während die Sportlehrer alle notierten Ergebnisse akribisch ausrechneten. Gegen 19 Uhr fand endlich die Siegerehrung statt. Die Stadt Megara konnte den 1. Platz erreichen und jeder Athlet wurde mit einem wundervollen Lorbeerkranz geehrt und ausgezeichnet. Alle anderen Athleten waren durch ihre einsatzfreudige Teilnahme sowieso schon geehrt..! Die Schüler haben sich sehr gut benommen, vertragen und mitgemacht. Die Bremer Schüler haben Interesse an einem Austausch bekundet, im kommenden Jahr wird die nächste 5. Klasse das Ende ihrer griechischen Epoche ebenfalls mit einer Olympiade krönen wollen...Es war eine sehr schön und gelungene Veranstaltung, die fächerübergreifenden Unterricht voraussetzt und möglich macht.