Kunst

Kunstunterricht in der Unterstufe

Beim Malen in der Unterstufe geht es in der Hauptsache darum, die Kinder in einen Dialog mit den Farben zu bringen, sie seelisch durch das wässrige, fließende Element einem sich ständig wandelnden Farberleben nahe zu bringen. Durch das prozesshafte Geschehen werden die Kinder in ihrer Innerlichkeit regsam. Die Aufgabenstellungen ändern sich im Verlauf von der ersten zu der vierten Klasse hin von einfachen Farbgeschichten bis zu anspruchsvolleren gegenständlichen Darstellungen.

Nach kurzer Überlegungszeit, kam mir die Idee die Malutensilien für jeweils eine halbe Klasse auf einem mobilen "Malwagen" zu platzieren und so, mit gefüllten Wassereimern und einer Wasserwanne voll gewässerter Aquarellblätter, in die jeweils zu unterrichtenden Klassen zu rollen. In den Klassen sind die Malbretter vorhanden - der Rest ist auf dem Wagen.

Die Schüler haben, bevor sie zum Malen kommen, die nicht ganz einfache Aufgabe ihren Arbeitsplatz einzurichten. Da muss sich jeder seine Farben abholen und zu seinem Platz bringen, ein gefülltes Wasserglas organisieren, Mallappen, Pinsel und Schwämmchen verteilen. Die Vor- und Nachbereitung nimmt meistens zwei Drittel des ganzen Malunterrichtes ein! Eine soziale Meisterleistung, bei der mannigfaltige Fähigkeiten wie etwa der Gleichgewichtssinn, die Geschicklichkeit, aber auch Rücksichtnahme und Freundlichkeit den Mitschülern gegenüber, geschult werden.

In der relativ kurzen Malphase herrscht bei einer gelungenen Malstunde absolut ruhige Arbeitsstimmung.

Kunstunterricht in Mittel- und Oberstufe

In der 6., 7. und 8. Klasse üben die Schüler das sogenannte „Sachzeichnen“ und beschäftigen sich mit immer wieder neuen Kombinationen und Kompositionen von Farben, Formen und Linien. Geschichten werden illustriert, Schraffuren und Linien-führung werden erübt und ein Gefühl für Proportionen entwickelt. Stillleben von Pflanzen und sonstigen Gegenständen werden realistisch gezeichnet, Landschaften komponiert und geometrische Grundformen angewandt.

In der Oberstufe wird das Sachzeichnen in den einzelnen Klassen deutlich thematisiert. In der 9. Klasse werden durchgeführt: Schwarz-Weiß-Zeichnungen von geometrischen Grundformen, diverse praktische Übungen, variierte Schraffierungen unter Berücksichtigung von Licht- und Schattenverhältnissen im Sinne von Realismus und Materialismus. In der 10. Klasse werden unter genauen proportionalen Gesichtspunkten Figurationen nach Modellen des tierischen und menschlichen Körpers gezeichnet. Kleidung, Gewand und das Zeichnen von Stoffen werden in der 11. Klasse geübt, mit den verschiedensten künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten auch in den angewendeten Materialien.

In der 12. Klasse haben die Schüler nun eine gewisse technische und künstlerische Basis, um sich mit zeichnerischen Studien zur Architektur zu befassen. Skizzen und Ausarbeitungen von Gebäudeteilen vorwiegend unserer Schule werden unter Berück-sichtigung aller erlernten Gesetzmäßigkeiten ausgeführt. Kunstgeschichtliche Archi-tekturbetrachtungen kommen zum Einsatz, um dem jeweiligen Schüler ein möglichst breites kunsttheoretisches sowie praktisches Verständnis und eine gute Auffassungs-basis zu vermitteln. Die Italienreise – insbesondere nach Venedig und Florenz – eröffnet dann für die Schülerschaft die Bildung einer komplexen Einsicht in die geschichtliche Entwicklung der Kunst im allgemeinen und im besonderen in der Architektur mit dem Anspruch, auch auf diesem Gebiet die Gegenwart besser zu verstehen.

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